Klimaschutzmaßnahmen auf der Deponie Brüggen I

Die aerobe In-situ-Stabilisierung von Deponien ist eine Maßnahme zur Verbesserung des Emissionsverhaltens von und zur Reduzierung der Nachsorgeaufwendungen. Bei der aeroben In-situ-Stabilisierung wird Luft und somit auch Sauerstoff in den Deponiekörper eingebracht. Dadurch baut sich der organische Restanteil im Deponiekörper schneller und kontrolliert ab. Dies verkürzt die Nachsorgezeit der Deponie und reduziert Treibhausgasemissionen um mindestens 50 Prozent. Da durch die Belüftung die Methankonzentration im Deponiegas sinkt, musste auch die bestehende Entgasungstechnik modernisiert werden, indem die vorhandene Gas-Fackel durch eine Schwachgasbehandlungsanlage ersetzt wurde.
Im Zuge der Maßnahme wurde im Herbst 2025 durch die LAMBDA Gesellschaft für Klimaschutz und regenerative Energien mbH basierend auf den Planungen der contec Ingenieurgesellschaft für Energie und Umwelttechnik mbH eine neue aktive Entgasungsanlage für eine Schwachgasbehandlung errichtet. Die Schwachgasbehandlungsanlage wurde im Februar 2026 in den Regelbetrieb überführt.

Die Vorteile der In-Situ-Stabilisierung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Umweltschutz: Durch die Belüftung des Deponiekörpers wird der Abbau organischer Stoffe gefördert. Die Umwandlung von Methan in weniger schädliches Kohlendioxid trägt zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei und verbessert die Umweltbilanz der Deponien.
- Kosteneffizienz: Die Maßnahmen zur In-situ-Stabilisierung können die Kosten und die Dauer der Nachsorge grundsätzlich senken, da die organischen Bestandteile des Deponiekörpers im Vergleich zum Ist-Zustand wesentlich schneller abgebaut werden.
Damit leistet der ABV einen konkreten, messbaren Beitrag zum Klimaschutz und realisiert ein praxisnahes Beispiel für eine innovative Deponienachsorge. Die Maßnahme wurde im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)“ im Förderbereich „Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bei stillgelegten Siedlungsabfalldeponien“ vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert (Förderkennzeichen: 67K26335).
